Jahresbericht 2018

Als kleinstes Stadtteil-Orchester und zukünftig letzte „musikalische“Abteilung der SKG Schneppenhausen, kämpfen auch wir mit Nachwuchssorgen und allgemeinem Desinteresse am „Ehrenamt“. Wir spüren und sehen hier die Auswirkungen (wie mittlerweile viele Vereine und Abteilungen in reinen „Wohnorten“) wie tagtäglich das Engagement an und in der Gemeinschaft abnimmt und die zunehmende Anspannung durch Beruf und die tägliche Reizüberflutung der „neuen“ Medien die Bewohner abhält sich in Vereinen zu engagieren. Der Konkurrenz von YouTube und Co. sowie der Ablenkung durch virtuelle Welten haben die klassischen Vereine wenig entgegen zu setzten.

Nichtsdestotrotz gilt es mit Flexibilität, Kreativität, Spaß und Engagement dem entgegen zu wirken. Sind Tablets für Noten und Übungen einsetzbar? Mehr Präsenz und Werbung auf YouTube oder einen eigenen Kanal? Wie kann man das Internet für Vereine nutzen? Hier liegt wahrscheinlich noch viel brach und die „Alten“ tun sich schwer damit. Kooperationen zwischen Vereinen ohne Neid und Eifersüchteleien können ein (gemeinsamer) Weg sein.

Der Musikzug kämpft zurzeit mit eigenem Ausbildungskonzept schon ab dem Kindergarten für Nachwuchs. Im Kinder- und Jugendbereich bieten wir den 2017 gestarteten Musikgarten und Blockflötenunterricht an, gefolgt von der Bläser AG in der Grundschule. Jugendliche die am Ende der Bläser AG in den Verein wechseln werden in Eigenregie unterrichtet. Seit September haben wir 2 Erwachsene Anfänger in Ausbildung an der Klarinette und dem Tenorhorn.

 

Aber auch die Tatsache, dass wir oft mit Minimal-Besetzung unterwegs sind hat seine Vorteile. Mit aktuell 18 Aktiven erreichen wir in den Proben im Durchschnitt 85% Anwesenheit und bei Auftritten meist 100%, anders würde es ja auch nicht funktionieren.

In den letzten beiden Jahren hat sich eine gute Harmonie untereinander entwickelt, wir freuen uns auf die Proben und das jährlich stattfindende Probenwochenende. Die logistische Organisation für einen Auftritt Außerhalb, gestaltet sich relativ einfach und auch auf kleinen Bühnen können wir Musik machen.

Die ein oder andere musikalische Anfrage konnten wir nicht annehmen oder mussten sie sogar kurzfristig absagen. Dies sind dann die Schattenseiten, wenn jeder in seiner Stimme ein Einzelkämpfer ist.

Um in der Öffentlichkeit wahr genommen zu werden, muss auch abseits der Musik Aufmerksamkeit erzielt werden. Hier wurden zum Beispiel im vergangenen Jahr im Januar wieder Weihnachtsbäume gesammelt, im März die Müllsammel-Aktion der Stadt Weiterstadt unterstützt, das Grillfest am 1. Mai veranstaltet und im August grillten wir beim Integrationsfest in Schneppenhausen am Bürgerhaus.

Zwischen den Oster und Sommerferien starteten wir gemeinsam mit den Orchestern aus Griesheim, Darmstadt und Escholbrücken Eich ein Projektorchester. Das Projektorchester wurde zur Nachwuchsgewinnung im Bereich der Erwachsenen aufgelegt. Etwa 15 Erwachsene nahmen daran teil und probten abwechselnd bei den teilnehmenden Vereinen. Nach dem offiziellen Ende wechselten ca. 6 Personen in die Vereine. Leider kam davon keiner zu uns, was aber mit den Wohnorten derer zusammenhing. Trotzdem war es für uns keine Nullnummer, wir haben neue Kontakte geknüpft und interessante Erfahrungen gesammelt.

Aber auch unsere musikalischen Aktivitäten können sich sehen lassen.Wir starten in der Regel und so auch im letzten Jahr mit dem Auftritt am Vatertag bei den Kollegen in Worfelden. Im Juni nahmen wir, bei schweißtreibenden Temperaturen, an den Platzkonzerten der Landesgartenschau in Bad Schwalbach teil. Es folgten der Umzug und das Platzkonzert an unserer Kerb am ersten Septemberwochenende.

Musikalisches- und Gruppen-Highlight war der Ausflug nach Nierstein am 9.9. zum Tag der offenen Winzerhöfe. Bei bestem Spätsommerwetter und Massen an Besuchern, gaben wir in 3 verschiedenen Winzerhöfen jeweils ein Platzkonzert von ca.45 min. Mit Gutscheinen für Essen und Trinken verbrachten wir hier einen tollen Tag. Hoffentlich können wir das im kommenden Jahr, und bei entsprechendem Zuspruch vielleicht sogar mit dem Bus, wiederholen.

Da wir kein Jahreskonzerte geplant hatten,konzentrierten wir die musikalische Arbeit auf die Weihnachtszeit und schon am Probenwochenende Ende September in Mannheim stand das neue Weihnachtsprogramm im Mittelpunkt.

Entsprechend konnte unser Publikum an 3 Auftritten im Dezember ein neues Programm genießen. Ein Auftritt im WoQuaZ in Weiterstadt am 2. Advent war der Auftakt, am 3. Advent im Bürgerhaus bei der AWO ging es weiter und der alljährliche Abschluss am Heiligabend in den Ortsstraßen und am Dalles war wie immer das diesjährige Finale.

Wir werden weiterhin versuchen mit neuen Ideen auf uns aufmerksam zu machen um Nachwuchs, vor allem bei den Erwachsenen, zu bekommen. Allerdings ist dies eine zähe und schwierige Angelegenheit.

In Zukunft werden kleine Orchester, Abteilungen und Vereine mehr gemeinsam agieren müssen um bestehen zu können.

Das bedeutet dann für viele ein Umdenken und eine Neuausrichtung.

 

Dirk Schnellbächer und Gerald Görich